Die Sprache des Herzens

Kinder & Jugendliche von heute denken und fühlen anders als Erwachsene.

Sie sind sehr sensibel und sensitiv und benötigen ein großes Maß an Zuwendung, Liebe, Aufmerksamkeit, Unterstützung und Verständnis.

Kinder & Jugendliche von heute wissen genau was sie wollen. Sie lehnen Autoritäten ab und können es nicht ausstehen von oben herab behandelt zu werden. Sie mögen es nicht, Tätigkeiten vorgeschrieben zu bekommen, sondern bevorzugen kreatives Gestalten. Sie kennen oft die bessere Lösung und werden daher von anderen als Rebellen angesehen. Sie wirken manchmal asozial und fühlen sich oft missverstanden. Sie brauchen weniger Schlaf und wirken oft hyperaktiv.

Die Welt unserer Kinder ist laut, grell und schnell. Die Orientierung der Kinder ist nach außen gerichtet und sie entfernen sich immer mehr von sich selbst. Um den Ansprüchen und Erwartungen der Eltern und anderen Erwachsenen zu entsprechen, gehen Spielfähigkeit und Spontanität unserer Kinder immer öfter verloren.

Das MalSpiel als Geschenk an unsere Kinder der heutigen Zeit!

Der MalOrt als Ort der Geborgenheit und des Rückhaltes! Ein Ort des Schutzes vor Belehrungen, Bewertungen, Deutungen oder gar Interpretationen. Dort wo natürliche Spontanität statt finden darf, ist eine individuelle Entwicklung zum entsprechenden Zeitpunkt möglich.





Montag, 21. Februar 2011

Malen macht stark

.... und Er lächelte!“


Während meiner Ausbildung zur Malortleiterin nach Arno Stern habe ich eine entscheidende Beobachtung gemacht. Darüber will ich erzählen:

Die Nachmittage der jeweiligen Ausbildungszyklen dienen uns Kursteilnehmer dazu, Arno Stern, im aufgebauten Malort, in der Rolle als Diener des Malspiels agieren zu sehen. Dazu werden Kinder und Erwachsene eingeladen.

An einem solchen Nachmittag fiel mir ein 9 – 10jähriger Bub auf, der neben seiner Mutter stand, ein Blatt in seinen Händen hielt und dessen Kopf Richtung Boden geneigt war. Sein Gesicht war ernst. Arno Stern ermunterte ihn, sein Blatt an die Wand zu halten, damit er es mit Reißnägel anstecken konnte.

Nun stand er mit gesenktem Blick vor seinem Blatt. Arno Stern nahm ihn bei der Schulter, führte ihn zum Palettentisch und lies ihn einen Pinsel und Farbe aussuchen. Dann nahm er seine Hand und führte diese zum Wasserbecher, danach zum Farbschälchen und begleitete ihn zurück zu seinem Blatt. Dabei sah ich, wie der Bub mit fragendem Blick seine Mutter suchte, ob er er auch alles „richtig“ mache. Diese lächelte ihm bestärkend zu. Zufrieden setzte er den Pinsel an und begann zu malen. Während des Malens schaute er des öfteren zu seiner Mutter. Einmal war sie nicht in seinem Blickfeld. Da wurde er unruhig. Er konnte nicht mehr zum Malen überredet werden und Arno Stern brachte ihn zu seiner Mutter zurück.

Dieser Bub verließ den Malort, bitte alle her hören: mit erhobenem Kopf! Nach nur 15 Minuten Malspiel! Das war für mich wie ein Wunder.

Am nächsten Nachmittag wartete er schon erhobenen Hauptes mit einem Blatt in der Hand. Arno Stern begleitete ihn zur Wand. Der Bub ging diesmal alleine zum Palettentisch, nahm sich einen Pinsel, wählte eine Farbe und fing an zu malen. Seine Mutter würdigte er keines Blickes! Ich war so fasziniert von dieser Veränderung. Als das Spiel, nach 1 ½ Stunden!, zu Ende war, verließ er entspannt und mit einem Lächeln den Raum! Sein Bild, so wie alle anderen, blieben im Malort.

Arno Stern sprach nie mit einem Malenden über sein Bild. Nie hörte ich ihn Vorschläge machen, Fragen stellen, schön“ oder „super“ sagen. Und genau DAS zeichnet das Malspiel aus.

Das Lächeln dieses Bubens trage ich bis heute bei mir und ist Motor für mich bei der Einrichtung des 1. Malortes nach Arno Stern in der Steiermark, in Graz.

Hinweis: am Dienstag, den 5. April 2011 findet dazu ein Informationsstreff in Graz statt. Die Informationen dazu finden Sie in der  rechten Spalte.

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