Montag, 21. Februar 2011
Malen macht stark
„.... und Er lächelte!“
Während meiner Ausbildung zur Malortleiterin nach Arno Stern habe ich eine entscheidende Beobachtung gemacht. Darüber will ich erzählen:
Die Nachmittage der jeweiligen Ausbildungszyklen dienen uns Kursteilnehmer dazu, Arno Stern, im aufgebauten Malort, in der Rolle als Diener des Malspiels agieren zu sehen. Dazu werden Kinder und Erwachsene eingeladen.
An einem solchen Nachmittag fiel mir ein 9 – 10jähriger Bub auf, der neben seiner Mutter stand, ein Blatt in seinen Händen hielt und dessen Kopf Richtung Boden geneigt war. Sein Gesicht war ernst. Arno Stern ermunterte ihn, sein Blatt an die Wand zu halten, damit er es mit Reißnägel anstecken konnte.
Nun stand er mit gesenktem Blick vor seinem Blatt. Arno Stern nahm ihn bei der Schulter, führte ihn zum Palettentisch und lies ihn einen Pinsel und Farbe aussuchen. Dann nahm er seine Hand und führte diese zum Wasserbecher, danach zum Farbschälchen und begleitete ihn zurück zu seinem Blatt. Dabei sah ich, wie der Bub mit fragendem Blick seine Mutter suchte, ob er er auch alles „richtig“ mache. Diese lächelte ihm bestärkend zu. Zufrieden setzte er den Pinsel an und begann zu malen. Während des Malens schaute er des öfteren zu seiner Mutter. Einmal war sie nicht in seinem Blickfeld. Da wurde er unruhig. Er konnte nicht mehr zum Malen überredet werden und Arno Stern brachte ihn zu seiner Mutter zurück.
Dieser Bub verließ den Malort, bitte alle her hören: mit erhobenem Kopf! Nach nur 15 Minuten Malspiel! Das war für mich wie ein Wunder.
Am nächsten Nachmittag wartete er schon erhobenen Hauptes mit einem Blatt in der Hand. Arno Stern begleitete ihn zur Wand. Der Bub ging diesmal alleine zum Palettentisch, nahm sich einen Pinsel, wählte eine Farbe und fing an zu malen. Seine Mutter würdigte er keines Blickes! Ich war so fasziniert von dieser Veränderung. Als das Spiel, nach 1 ½ Stunden!, zu Ende war, verließ er entspannt und mit einem Lächeln den Raum! Sein Bild, so wie alle anderen, blieben im Malort.
Arno Stern sprach nie mit einem Malenden über sein Bild. Nie hörte ich ihn Vorschläge machen, Fragen stellen, schön“ oder „super“ sagen. Und genau DAS zeichnet das Malspiel aus.
Das Lächeln dieses Bubens trage ich bis heute bei mir und ist Motor für mich bei der Einrichtung des 1. Malortes nach Arno Stern in der Steiermark, in Graz.
Hinweis: am Dienstag, den 5. April 2011 findet dazu ein Informationsstreff in Graz statt. Die Informationen dazu finden Sie in der rechten Spalte.
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